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Grüningen
12.04.2021
12.04.2021 12:38 Uhr

«Zunder und Zaster» - Sonderausstellung im Schloss Grüningen

Die moderne Ausstellung über den Kirchenbrand in den alten Gemäuern des Schlossmuseums. (zvg) Bild: Heimatschutzgesellschaft Grüningen
Die Heimatschutzgesellschaft Grüningen hat eine Sonderausstellung zum Brand und zum Wiederaufbau von Kirche und Schloss Grüningen in den 1970er-Jahren organisiert. Am 17. April ist Eröffnung.

Nach 34 Jahren ändert sich das Gesicht des Schlossmuseums Grüningen Mitte April. Zum Gedenken an die Brandnacht vom 20. Oktober 1970, als die Kirche Grüningen vollständig niederbrannte und der Dachstock des Schlosses in Mitleidenschaft gezogen wurde, hat die Heimatschutzgesellschaft (HSG) dieses denkwürdige Schauspiel in einer Sonderausstellung aufgegriffen.

Bilder und Erzählungen von Zeitzeugen

«Diese Geschichte hat Grüningen schwer getroffen und anschliessend auch sieben Jahre intensiv beschäftigt», sagt Kuratorin und Historikerin Iris Blum, die zusammen mit der Gestalterin Margarethe Greiner die Ausstellung verantwortet. Die HSG lässt in der Ausstellung «ZUNDER UND ZASTER» Erinnerungen wach werden: Bilder werden gezeigt, Audiosequenzen von betroffenen Personen wie zum Beispiel der Pfarrersfrau Elsbeth Gugerli, die dannzumal mit ihrem Ehemann und den drei Kindern das Schloss fluchtartig verlassen musste, sind zu hören. Ebenso Erzählungen von Feuerwehrmännern, die in der Gluthitze den Brand zu löschen versuchten. Daneben führt der Brandanzeiger durch sieben Jahre Grüninger Geschichte und zeigt vielfältige Facetten des Wiederaufbaus. «Es ist uns eine kleine, aber feine Ausstellung zum Kirchenbrand gelungen», sagt die Gestalterin.

Thomas Ernst, Fachmann für Museumsaufbau, montiert die Buchstaben auf die Feuerwehrschläuche im Schlossmuseum. Bild: Heimatschutzgesellschaft Grüningen

Spezialevents bereichern
Die Ausstellung wird das Jahr hindurch mit Spezialevents bereichert: So findet am 14. August 2021 ein Kinderanlass statt, in dem die Kinder neben dem Museum auch den Kirchenturm besuchen können und im Schlosshof ein Feuer löschen dürfen. «Zusätzliche Führungen, in denen wir weitere Details thematisieren, ergänzen die Ausstellung», erklärt Bea Althaus, Präsidentin der Heimatschutzgesellschaft. Mit speziellen «BrandTalks» werden Themen wie die Bestuhlung der Kirche, die dannzumal grossen Aufruhr in den Gemütern der Grüninger erregte, den heutigen Gepflogenheiten gegenübergestellt. «Wir haben trotz des schwermütigen Aufhängers auch einige lustige oder aktuelle Themen im Archiv gefunden, die wir in die heutige Zeit spiegeln wollen.». So werde ein Besuch der Ausstellung in den nächsten zwei Jahren immer wieder Neues hervorbringen.

Eröffnung am 17. April

«Eigentlich war alles auf das Jubiläumsjahr 2020 hin geplant gewesen, aber Corona hat eine Eröffnung unmöglich gemacht», sagt Bea Althaus. Am Wochenende vom 17. und 18. April ist das Museum von 11 bis 16 Uhr geöffnet, «natürlich mit den üblichen Schutzauflagen», erklärt Althaus. «Auch das Schlosskafi, das im Schlossensemble beherbergt ist, versorgt unsere Besucher mit selbstgebackenen Take-Away-Kuchen und Getränken. Die Schlossanlage bietet genug Möglichkeiten, sich mit Abstand zu begegnen – sonst weicht man in den Stedtlipark aus.»

Schlossmuseum

Das Schlossmuseum im ersten Obergeschoss des Schlosses, hat bis anhin eine Ausstellung über die Geschichte von Grüningen und seiner früheren Herrschaft und Landvogtei beherbergt. Alte Waffen und Funde dokumentieren das Leben im Zürcher Oberland. Bemerkenswert sind die verschiedenen alten Ansichten von Grüningen und eine Modellaufnahme, die Schloss und Städtchen Grüningen um das Jahr 1750 zeigt. Viel Beachtung findet auch der alte Kegelspieltisch aus dem 18. Jahrhundert, der zu einem Spiel benutzt werden kann. Das Schlossmuseum Grüningen wurde im Oktober 1947 vom Posthalter Paul Oberholzer und Lehrer Alfred Kübler gegründet.

www.schlossgrueningen.ch

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